Norwegen

Reise nach Norwegen

Im Sommer 2013 ging ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung, als ich zusammen mit meiner Frau in der Zeit vom 04. Juni bis 18. Juli eine Reise nach Norwegen machen konnte.
Von zuhause in Kempten im Allgäu ging es nach Norden durch Deutschland mit anschließender Fähre-Überfahrt von Kiel nach Oslo.
Nach der Ankunft in Oslo war der Ort Hoevringen mit seinem Ortsteil Brekkeseter unser Zielort im Rondane-Gebirge. Auf unserer Fahrt dorthin haben wir den bekannten Wintersportort Lillehammer besichtigt. Bei der Weiterfahrt mussten wir leider einen rund 100 km langen Umweg über das Gebirge (1.470 km), mit teilweise aufgeweichten Schotterwegen , in Kauf nehmen. Zwei Tage zuvor war nämlich einige Kilometer vor der Auffahrt nach Hoevringen eine große Erdmoräne nieder gegangen, wodurch die Strasse unpassierbar wurde.
Nach glücklicher Ankunft in Brekkeseter haben wir ein gemütliches Blockhaus als Unterkunft gefunden. Das Haus hatte eine wunderbare Lage in freier Natur in den Bergen.
Bei kaltem, aber gutem Wetter haben wir die nächsten Tage den Rondane-Nationalpark zu Fuß und mit Auto erkundet.
Teilweise begleitete uns auch Schneefall auf Höhen um 1850 Meter Höhe. Alpenblumen, wie Krähenbeeren, Rote Lichtnelke, Myrtenblättrige Weide, Stängelloses Leimkraut und Fjellsteinbrech waren zu sehen.
Wir besuchten unter anderem den Furusjoen-See, das Vinstralen-Tal und den Storulfossen-Wasserfall. Der Besuch der nahegelegenen Erdpyramiden war infolge des anhaltenden Schlechtwetters und einem Muren-Abgang nicht möglich.
Im Fokstumyra-Naturreservat erfreute uns die Gebirgsstelze. Leider hatten wir das erhoffte rotsternige Blaukehlchen nicht gesehen.

Bei der anschließenden eindrucksvollen Fahrt durch das Dovrefjell begegneten uns Moschusochsen.
Auf der Weiterfahrt nach Frosta- Fjordbuer am 15. Juni haben wir Ohrentaucher und Sturmmöwen gesehen. An Blumen waren Wiesenstorchschnabel, Fettkraut und Preiselbeeren zu finden. Während unserem 13-tägigen Aufenthalt am Fjordbuer haben wir auch einen Ausflug auf die Insel Tautra unternommen. Die dortige Ruine des alten Klosters der Zisterzienserabtei befindet sich auf der höchsten Erhebung der Insel. Sie bietet einen unvergesslichen Blick.
Diese Region ist stark landwirtschaftlich geprägt und wird wegen dem stark begünstigten Klima und dem Obst- und Gemüsebau als „Bodensee des Nordens“ bezeichnet.
Die Fahrt am 20. Juni über Levanger zum Nord-Trondelag und das Übersetzen mit Fähre zur Insel Ytteroy erlebten wir bei gutem Wetter. Auf dieser landschaftlich sehr schönen Insel konnten wir schöne Naturaufnahmen machen.
Die Fahrt weiter nördlich nach Mosjoen am 22. Juni erlebten wir leider bei Regenwetter. Abends konnten wir, nach Auflockerung des Himmels, die schöne Lage des Ortes zwischen zwei Bergen am Ende eines Talgebietes am Fluss Vefsna unmittelbar vor der Mündung in den Vefsnfjord erkennen.
Diese Stadt war am Folgetag der Ausgangspunkt einer wunderschönen und abwechslungsreichen Fahrt durch das Gebirge. Wir überquerten den Polarkreis und legten eine Gedenkminute ein. Sehr schöne Eindrücke sind uns auf dieser Fahrt in Erinnerung geblieben.

Am späten Nachmittag erreichten wir die weniger schöne Stadt Bodö am Meer. Von dort startete am Folgetag die Fähre zur Überfahrt auf die Lofoten und die Insel Rost.
Am 24. Juni ging es dann in aller Früh um 4:30 Uhr in Richtung Nordwesten mit der Fähre zu den Lofoten und anschließend zur Insel Rost. Erfreulicherweise überraschte uns ein wolkenloser Himmel. Wir erlebten die Überfahrt mit dem Anlegeplatz Moskenes auf den Lofoten und anschließend die Inseln Vaeroy und Rost bei herrlichem Morgenlicht. Verheißungsvoll und magisch zugleich ragten die Lofoten aus dem Nordmeer. Sie werden nicht zu Unrecht als „Alpen im Nordmeer“ bezeichnet.
Recht unberührt sind hingegen die den Lofoten im Südwesten vorgelagerten Inselgärten Vaeroy und Rost. Nach Verlassen des Hafens der Insel Vaeroy erreichten wir die Einfahrt zur Hauptinsel Rost. Südlich im Hintergrund war der steil aus dem Meer hoch aufragende Vogelfelsen zu sehen. Dieser Anblick ist unvergesslich.
Hier draußen, umgeben von den Wellen des Nordatlantiks, kann man wahrhaftig die Ruhe genießen. Einzigartig sind die großartige Natur und die teilweise extremen Winde. Die landwirtschaftlich genutzte Insel Rost bietet, durch seine Lage und den starken Wind, die besten Voraussetzungen für die Herstellung des wichtigsten Exportartikels der Insel, den Stockfisch. Die im Frühjahr in großen Mengen gefangenen Kabeljau sieht man auf den Trockengerüsten hängend, wo sie zu einem erfolgreichen Exportartikel heranreifen.
Die weit nördlich des Polarkreises gelegene Insel weist dank der „Wärmepumpe“ des Golfstroms eines der mildesten Klimas von Norwegen aus.
An Vogelwelt fanden wir auf der Insel viele Sturmvögel sowie nistende Seevögel wie Austernfischer, Rotschenkel, Sandregenpfeifer, Eiderenten, Regenbrachvögel und weitere.
Die Insel haben wir wahrhaftig lieben gelernt.
Am 27. Juni fuhren wir abends mit der Fähre auf die Lofoten zurück. Bei Mitternachtssonne erreichten wir unser Ziel, eine Fischerhütte in Hänningsvaer.
Von dort haben wir in den folgenden zwei Tagen Ausflüge in der näheren Umgebung unternommen. Die steilen Felsen einerseits und die vertrauten Seeorte beeindruckten uns sehr.
Am Sonntag den 30. Juni machten wir uns mit dem Auto auf den Weg zu den Vesteralen, wo wir in Andenes den nördlichsten Punkt unserer Reise erreichten. Die nächsten vier Tage war uns das Wetter hold, wodurch wir viele Plätze und Ecken der Insel erforschen konnten. Es war eine wunderschöne Zeit von der wir viele schöne Eindrücke mit nach Hause nehmen konnten. Auf den Vesteralen hatten wir auch einmal Gelegenheit Papageientaucher sowie an der Küste bei Andenes Raubseeschwalben zu beobachten und zu fotografieren.
Diese Erkundigungen gaben uns die Gelegenheit die Natur zu genießen und Seevögel sowie viele nordische Pflanzen zu sehen.

Fortsetzung folgt

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