Lichtschranke im Einsatz

Flugaufnahmen mit der Lichtschranke und Kurzzeitblitztechnik

Dieser Beitrag ist für Naturfotografen, die Freude an Bildern von Vögeln haben, welche mit der Kurzzeitblitztechnik und Lichtschranke aufgenommen wurden. Durch diese Methode ist es möglich den Vogelflug im Detail abzuilden. Wer allerdings meint einfach so, eine Lichtschranke aufzustellen und warten bis ein Vogel durchfliegt, wird schnell enttäuscht aufgeben. Man muss viel beobachten wie die Vögel bestimmte Punkte anfliegen und kann danach versuchen Bilder von den Vögeln zu bekommen. Mit Hilfe der Lichtschranke oder auch aus der Ferne mit dem Fernauslöser kann das gelingen. Wem das alles zu technisch ist oder diese Art der Fotografie nicht unbedingt mag, wird sich vielleicht beim Lesen dieses Beitrags Gedanken machen ob es nicht eine Möglichkeit ist seine Art der Naturfotografie zu bereichern.

Da an meiner Sommerfütterung einiges los ist, wollte ich mit der Lichtschranke versuchen Vögel im Flug zu fotografieren. Die ersten Versuche waren nicht so wie ich mir es vorstellte. Der hängende Futtersilo konnte von den Vögeln von allen Seiten angeflogen werden. Ich versuchte mit Drahtgitter die Vögel so zu lenken, dass nur eine Anflugrichtung möglich war. Doch die Vögel sind sehr erfinderisch dies zu umgehen. Das größte Handycap bei den Aufnahmen war das helle Umgebungslicht, welches bei einer Verschlußzeit von 1/250 Sekunde (wegen Blitzsynchronisation) und 200 ISO bei Blende 11-16 immer noch so hell war, dass es mehr oder weniger Doppelkonturen gibt. Diese entstehen dadurch, dass der Vogel in dieser 1/250s nach dem Blitz noch einen Weg zurücklegt und dadurch einen Wischeffekt erzeugt. Da auf den ersten Verschlussvorhang geblitzt wird ist der Wischeffekt immer vor dem Vogel da der Blitz vor dem schliessen des Verschlusses ausgelöst wird. Das Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang werde ich in diesem Beitrag auch vorstellen. Dabei ist der Wischeffekt hinter dem Vogel, weil der Blitz erst am Ende des Verschlussablaufs ausgelöst wird.
In diesem Beitrag werde ich meine Bilder, welche ich in den  in den nächsten Monaten fotografiere, präsentieren und über Erfolge und Misserfolge einige Zeilen schreiben. Vor allem werde ich die Technik mit einer EOS RT vor dem Objektiv noch testen und ausarbeiten. Zu der Technik wie ich die EOS RT einsetze gibt es einen Beitrag. Durch die EOS RT (RT=Real-Time) gibt es die Möglichkeit die Auslöseverzögerung bis der Verschluss ausgelöst wird auf den Bruchteil der Zeit zu reduzieren als wenn „normal“ ausgelöst wird.
Die Lichtschranken, welche ich verwende, sind alle vom Typ Jokie der Firma Eltima-Electronic. Zur Jokie-Seite.
Der Beitrag ist chronologisch von oben nach unten zu lesen. Die aktuellsten Einträge stehen am Schluss und werden immer wieder aktualisiert. Jeder Tag ist ein Kapitel für sich und die folgenden Bilder innerhalb eines Tages stehen im Zusammenhang mit diesem Tagesbeitrag. Viel Spaß beim lesen.

27.09.2019
Erste Versuche

Es dauert immer eine gewisse Zeit bis alles so eingestellt ist dass ein Vogel die Lichtschranke auslöst. Es ist immer ein herantasten an die optimale Position der Kamera und den Flugweg der Vögel. Durch das helle Umgebungslicht sind die Doppelkonturen sehr ausgeprägt. Die Ergebnisse waren nicht so befriedigend.

EOS 7D, EF 4/17-40 mm, Lichtschranke, 2 Blitze für den Vogel, 1 Blitz für den Hintergrund.

28.09.2019
Mit dem Einsatz des 300mm Objektivs wollte ich den Hintergrund besser auflösen. Dies gelang nur bedingt. Die Ligusterhecke kommt noch zu strukturiert durch und auch die kräftige Farbe der Blätter sind mir ein zu starker Kontrast. Leider habe ich keine andere Location in meinem Garten um das zu vermeiden. Nach Umbau auf einen Hintergrund mit Bild kam ich langsam in den Bereich wie ich mir das vorstellte. Es dauert auch einige Zeit bis der Abflugpunkt und der Landepunkt in der Entfernung zueinander im richtigen Abstand stehen. Ist die zu Entfernung zu nah, können die Vögel von einem Punkt zum anderen hüpfen ohne die Flügel zu benutzen. Der Abstand sollte so groß sein, dass zumindest ein Flügelschlag nötig ist um bei der Landung abzubremsen. Bei der Verwendung eines Hintergrundbildes ist darauf zu achten, dass die Schatten der Vögel nicht auf den Hintergrund fallen.
Heute war Kohlmeisentag.   Einige Beispiele aus früheren Aktivitäten.

EOS 7D, EF 4/300 mm,  Lichtschranke, 2 Blitze für Motiv, 1 Blitz für Hintergrund, Verwendung eines Hintergrunbildes

29.09.2019
Heute hatte ich meine Geräte im Dauereinsatz, auch um zu sehen wie lange das Equipment einsatzbereit bleibt. Von 9 – bis 18 Uhr waren die EOS 7D, 3 Blitze 540 EZ und die Lichtschranke  eingeschaltet. Dabei wurde die Kamera mit einem Netzteil versorgt, die Blitze mit externen Akkus (6V 4,5 Ah) und die Lichtschranke mit 4 Batterien. Die Blitzsynchronisation übernahmen Funkauslöser von Hähnel. Ein Sender auf der Kamera und je ein Empfänger an den Blitzgeräten. Die Lichtschranke ist sehr sparsam und mit einem Akku/Batteriensatz könnte man eine Woche lang ununterbrochen arbeiten. Das ganze System arbeitete fehlerfrei zusammen. Das ist nicht immer so. Leider war heute zu gutes Wetter. Die Vögel kommen an solchen Tagen nicht so intensiv als wenn es kühler und bedeckter ist. Auch an meinem Teich kann ich das beobachten, dass sogar bei leichtem Regen mehr los ist als bei schönstem Sonnenschein.
In der unten gezeigten Bildergalerie sind die Erfolge von heute zu sehen. Sehr Kohlmeisenlastig. Alles in allem noch nicht der Betrieb wie ich es mir wünschen würde. Doch ich bin noch in der Testphase und hoffe auf einen Winter der sich mal wieder von seiner besseren Seite zeigt.

EOS 7D, EF 4/300 mm,  Lichtschranke, 2 Blitze für Motiv, 1 Blitz für Hintergrund, Verwendung eines Hintergrunbildes

 

01.10.2019
Erst nach dem Mittag stellte ich mein Equipment für die Kurzzeitblitztechnik auf. Da es wolkig war setzte ich die digitale Kamera mit der EOS RT vor der Frontlinse ein.
Durch die Blitzsynchronisationszeit der RT von 1/125s darf das Umgebungslicht nicht zu hell sein. Mit dem 100 mm Makro machte ich auch Aufnahmen mit etwas mehr Ausschnitt um zu zeigen wie schnell die Kombination mit der RT ist. Fast immer befindet sich der Vogel in der Lichtschranke. bei „normalen“ Aufnahmen nur mit der digitalen Kamera und Spiegelhochklappen bei der Aufnahme, würden die Vögel alle schon sitzen da die Auslöseverzögerung zu lang ist. Die Bilder sind nur Beispiele für diesen Beitrag und noch keine Endprodukte. Sie sollen die Arbeitsweise mit der Kombination digitale Kamera mit der EOS RT im Einsatz zeigen. Bei einigen Bildern ist die sehr kurze Reaktionszeit vom durchfliegen der Lichtschranke bis zur Verschlußauslösung zu sehen. Dabei sind die Vögel in oder sehr dicht hinter der Lichtschranke. Die Lichtschranke war ca. 25 cm vor dem Landepunkt. Bei „normalen“ Aufnahmen müsste der Abstand Lichtschranke-Landepunkt ca. 60-70 cm sein um den Vogel am gleichen Punkt zu fotografieren. Es kommt darauf an ob ein Vogel von weit angeflogen kommt oder ob er vorher auf einem Ast zwischenlandet und von dort (1-2 Meter) anfliegt. Die extrem kurze Reaktionszeit ist fast mit einem Zentralverschluss vor dem Objektiv zu vergleichen. Weitere Bilder sind große Ausschnitte.
Durch die sehr kurze Verzögerungszeit kann der Punkt an dem sich der Vogel beim Durchflug der Lichtschranke eventuell befinden wird, relativ genau bestimmt werden. Dadurch kann der Ausschnitt wesentlich enger gewählt werden und bei der Bearbeitung bleibt etwas mehr „Vogel“ übrig, da er größer auf dem Bild abgebildet wird.
Bei der Verwendung des 100 mm Objektivs war heute mein Abstand zum Hintergrund etwas zu wenig (ca. 1 Meter). Es kommt bei manchen Bildern die Struktur des Hintergrundes durch. Bei 300 mm wäre der Abstand ok.
Um die beiden Kameras zu kombinieren bedarf es eines Steuergerätes, welches bei der digitalen Kamera den Verschluß öffnet und die RT in den RT-Modus versetzt um beim durchfliegen der Lichtschranke den Verschluss auszulösen. Arbeitsweise des Steuergerätes

EOS 50D, EF 2,8/100 mm Makro,  Auslösung über die RT, Lichtschranke, 2 Blitze für Motiv, 1 Blitz für Hintergrund, Verwendung eines Hintergrunbildes

12.10.2019
Immer wieder versuche ich es mit der Lichtschranke. Bisher habe ich noch nicht das Bild bekommen wie ich es mir vorstelle. Doch ich bleibe dran und hoffe dass es irgendwann soweit ist.
Um landende Vögel zu fotografieren muss der Abstand der Lichtschranke so ausgerichtet werden, dass es für die Landung passt. Es kommt auf die Verzögerungszeit der Kamera an. Bei den unten gezeigten Bildern war die Lichtschranke ca. 45 cm vor dem Landepunkt angebracht. dann sind die Vögel einigermaßen kurz vor dem landen und damit auch im Schärfebereich. Allerdings flogen die Vögel von einem Zweig ab und haben da noch nicht die Geschwindigkeit als wenn sie von weither zum landen anfliegen.

 

EOS 7D, Bl. 11, 1/250 s, Lichtschranke, 2 Blitze für den Vogel, 1 Blitz für den Hintergrund, ISO 200

13.10.2019
So langsam habe ich die Lichtschrankenfotografie wieder im Griff. Wenn ich längere Zeit nicht damit gearbeitet habe dauert es etwas bis die ersten Bilder kommen mit denen ich zufrieden bin. Der Grünfink ist schon so wie ich mir das vorstelle. Leider bin ich mit dem herbstfarbenen Hintergrundbild nicht ganz glücklich. Doch der Vogel hebt sich schön gegen den Hintergrund ab gegenüber den Bildern vom Vortag.

Grünfink (Carduelis chloris) im Landeanflug, EOS 7D, EF 4/300 mm, Bl. 9.0, 1/250s, ISO 200, 2 Blitze auf den Vogel, 1 Blitz auf den Hintergrund, Lichtschranke Jokie

EOS 7D, EF 4/300 mm, Bl. 9.0, 1/250s, ISO 200, 2 Blitze auf den Vogel, 1 Blitz auf den Hintergrund, Lichtschranke Jokie

26.10.2019
Streitende Grünfinken waren heute das Thema. Natürlich könnten solche Bilder auch von Hand ausgelöst werden, doch das erfordet dauernde Konzentration und beobachten. Da die Grünfinken wenn sie streiten fast immer von der Futterstelle senkrecht nach oben fliegen, wurde die Lichtschranke ca 10-12 cm oberhalb der Futterstelle angebracht. Dadurch wird auch bei An- und Abflügen der verschiedenen Vögel die Lichtschranke ausgelöst, doch wenn dann die Grünfinken streiten und hochfliegen lösen sie die Kamera aus. Solange die Lichtschranke im Einsatz ist sitze ich an meinem Teich und fotografiere dort die badenden Vögel.

EOS 7D, EF 4/300 mm, Bl. 13, 1/250s, ISO 200, 2 Blitze auf den Vogel, 1 Blitz auf den Hintergrund, Lichtschranke Jokie

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