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EOS R7 – RAW-Burst-Modus

Canon EOS R7 – RAW-Burst-Modus

Nun habe ich mich mit der neuen Funktion der EOS R7, dem RAW-Burst-Modus, etwas intensiver beschäftigt. Ich befinde mich noch in der Anfangsphase und möchte meine bisherigen Erkenntnisse zum besten geben.
Über den Meüpunkt 6 im roten Menü kann der RAW-Burst-Modus ein- und ausgeschaltet werden. Er bietet die Möglichkeit, einen Vogel welcher von einem festen Punkt abfliegt schon aufzunehmen so lange er sitzt (natürlich auch andere Motive die aus dem Ruhezustand beschleunigen). Dazu muss der Auslöser halb gedrückt werden damit die Kamera aktiv ist. Ideal ist dabei ein Kabelauslöser, da es ja einige Zeit dauern kann bis der Vogel abfliegt. Es werden dabei kontinuierlich eine halbe Sekunde lang Bilder in der schnellen Bildfolge von 30B/s aufgezeichnet, die aber nur im Buffer  sind und noch nicht gespeichert werden. Folgt dann die Auslösung indem man den Auslöser vollends durchdrückt, werden die Bilder im Buffer mit gespeichert. Sehr gut dabei ist , dass diese Bilder auch im RAW-Modus gespeichert werden. So hat man bis zu 16 Bilder aus dem Buffer und damit immer eine vollwertige RAW-Datei. Der RAW-Burst-Modus funktioniert natürlich auch im Videomodus.
Die Menüeinstellungen zeige ich unten in den Bildern Menü 1-5. Im Menü 6 habe ich den RAW-Burst-Modus auf ein Menü von MyMenü gelegt umd schneller damit zu arbeiten. Damit ich bei Bedarf noch  schneller auf diesen Modus umstellen kann, habe ich mir den RAW-Burst-Modus auf die Schärfentiefe-Prüftaste gelegt.

Es gibt noch einige Besonderheiten auf die man achten muss wenn man mit dem RAW-Burst-Modus arbeiten möchte.
Bei eingeschaltetem „Opt. Sucher simulieren“ kann der RAW-Burst-Modus nicht eingeschaltet werden. Umgekehrt ist es genauso. Wenn der RAW-Burst-Modus eingeschaltet ist kann nicht auf „Opt. Sucher simulieren“ umgestellt werden.
Im Av-Modus und eingeschaltetem RAW-Burst-Modus ist es nicht möglich manuell den ISO-Wert einzustellen. Hier wird die ISO automatisch auf „Auto“ eingestellt. Ich habe das noch nicht durchschaut aus welchem Grund.
Bei der Einstellung auf M- und FV-Modus sind alle Einstellungen möglich.
Ist die Kamera auf den mechanischen Verschluss eingestellt, übernimmt der RAW-Burst-Modus automatisch den elektronischen Verschluss mit 30B/s. Es muss also nicht expliziet der elektronische Verschlus eingestellt sein.
Bei der Arbeitsweise empfiehlt es sich, dass der Modus M oder Fv eingestellt wird und eine konstante Belichtungszeit gewählt wird. Durch das mitziehen eines abfliegenden Vogels kann sich die Helligkeit der Umgebung verändern und so eine unterschiedliche Belichtung der Serie verursachen.

Einige Bildbeispiele die im RAW-Burst-Modus aufgenommen wurden. Dabei geht es eigentlich um die ersten 7-10 Bilder die ohne den RAW-Burst-Modus kaum möglich wären, da die Reaktion eines Menschen doch sehr träge ist. Natürlich gibt es auch da Unterschiede.
Im Canon EOS R-Forum habe ich da auch schon etwas vorgestellt.

 

Die Bilder vom Rotmilan beim Start sind aus einer Serie von 63 Bildern. Dabei ist jedes einzelne Bild für sich verwendbar und in der Schärfe sehr gut. Bei allen Bildern war der Autofokus auf dem Auge und die R7 hat das super hingekriegt. Um den Ablauf etwas zu zeigen habe ich aus den Bildern einen Timelaps erzeugt um die Bildfolge zu demonstrieren. 14 Bilder zeige ich in der Galerie. Sie sind aus den Bildfolgen entnommen.
Aufnahmedaten: EOS R7 – RF 100-500 mm bei 223 mm – Bl. 6.3 – 1/4000s – ISO 800

 

Die Bilder wurden zu einem Timelaps verarbeitet. Ein Klick ins Bild hält das Video an um einzelne Dateien zu betrachten.

Um die einzelnen Dateien aus der Rolle (so nennt Canon das RAW-Burst-Paket) zu extrahieren habe ich einige Zeit gebraucht bis ich es geblickt hatte. In der Kamera kann eine Datei auch als separates Bild gespeichert werden, doch bei einer Serie von vielen Bildern ist das etwas nervig. Im Canon eigenen Programm DPP gibt es unter dem Menüpunkt „Extras“ den Punkt „RAW-Serienbildmodus-Werkzeug starten“. Mit dieser Funktion können die einzelnen Dateien in der Rolle angesehen und als separate Datei gespeichert werden. Allerdings funktioniert es nicht, einen gewissen Bereich auszuwählen und mehrere Bilder auf einmal zu speichern. Obwohl es dazu eine Information bei Canon gibt, funktioniert es bei mir nicht. Einzelne Dateien sind kein Problem.

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Rotmilanprojekt 2022

Wieder einmal nahm ich mir vor bei den Rotmilanen über einen längeren Zeitraum zu beobachten und nach Möglichkeit zu fotografieren. Schon im August 2018 und September 2018 gelangen mir Bilder dieser schönen Greife.
Als Location wählte ich wieder die Stelle aus an welcher es im August 2018 sehr gut geklappt hatte. Zufälligerweise war es ziemlich genau die gleiche Jahreszeit, Anfang August. In dieser Zeit sind die jungen Milane schon sehr selbsständig und schön im Gefieder. Die Altvögel sind teilweise in der Mauser und sehen etwas zersaust aus.
Es war mir klar dass, wenn es klappen sollte, wieder viele Bilder entstehen würden wie ich sie schon zum hundertsten Mal im Archiv habe. Doch es sind ja nicht nur die Bilder sondern das Erlebnis diesen Vögeln so nah zu sein und sie aus der Nähe zu beobachten. Das ist sehr beeindruckend und wird bei Ansitzen von 6-8 Stunden nie langweilig.
Ich suchte also das Gebiet auf und beobachtete die Gegend und hielt nach den Rotmilanen Ausschau. Schon nach kurzer Zeit konnte ich Milane entdecken, die über den Wiesen und Feldern ihre Kreise zogen. Ein Landwirt kam mit seinem Traktor und fing an sein Stroh auf einem Feld zu verteilen. Es dauerte nicht lange und es stellten sich 5 Rotmilane ein, die über dem Feld kreisten. Ab und zu stießen sie herunter und sammelten Insekten auf, die von dem Gerät aufgewirbelt wurden. Nachdem der Landwirt wieder weg war legte ich an die Stelle an denen ich die Milane haben wollte einige Hühnchenteile aus. Nach ca. 1 1/2 Stunden hatten sie diese entdeckt und holten nacheinander alle weg. Da ich nur kleine Teile ausgelegt hatte ging das sehr schnell.
Schon am nächsten Tag saß ich mit dem Tarnzelt an. Durch die Möglichkeit am Rand einer Hecke zu sitzen waren gleich zwei Punkte abgedeckt. Zum ersten stand das Tarnzelt nicht als Fremdkörper im Gelände, zum zweiten kam die Sonne erst nach dem Mittag um die Hecke herum. Bei Temperaturen von bis zu 35° nicht zu verachten. Um die Rotmilane nicht nur im vorbeifliegen zu fotografieren wenn sie Hühnchenteile mit den Fängen aufnehmen, befestigte ich ein größeres Stück auf dem Boden.
An diesem ersten Ansitz tat sich in 7 Stunden gar nichts. Zwei Rotmilane flogen kurz vorbei, interessierten sich aber nicht für das Angebot. Ich brach die Aktion ab und ließ die Hühnchteile liegen.
Am nächsten Tag war ich um 5 Uhr 30 wiede vor Ort. Das Futter war weg und das gab mir Hoffnung für den Ansitz. Alles wieder vorbereitet und dann gewartet. Nach 6 Stunden war wieder nichts gekommen.
Nach einem Tag Pause war ich dann wieder vor Ort. Gegen halb 8 Uhr schnürte ein Fuchs weit entfernt über eine Wiese und kam in meine Richtung. Es gelangen dann auch einige Aufnahmen. Hier zeigte sich ein Vorteil des lautlosen elektronischen Verschlusses.
Ich hatte mich innerlich schon wieder auf einen Ansitz ohne Milane eingestellt. Aber nicht so dass ich verstimmt oder frustriert wäre. Das passiert mir nicht. Draußen zu sitzen und zu beobachten ist oft wie Meditation für mich.
Kurz nach 9 Uhr kreiste der erste Rotmilan über mir. Er stieß schnell herab und holte sich aus dem Flug heraus ein Stück Hühnchen. Das wiederholte sich einigemal. Plötzlich waren drei weiter Milane da. Auch sie holten sich Futter ohne zu landen. Irgendwann waren die kleinen Stücke weg und der erste landete vor mir. Auch die anderen landeten. Es waren nun fünf Milane vor mir. Ein Mäusebussard wollte auch etwas abhaben und versuchte sich dazwischen zu drängen, wurde dann aber etwas abgedrängt. Rabenkrähen waren auch da. Es gab natürlich leichte Streitereien um das beste Stück. Interessant für mich waren die An- und Abflüge der Rotmilane. So konnte ich viele Aufnahmen machen. Um 10:45 verließ der letzte Rotmilan den Platz. Ich wartete noch eine Weile und baute dann sehr zufrieden ab. Auch die nächsten Ansitze waren erfolgreich. Ich habe die Bilder den Tagen zugeordnet. Sie werden immer wieder aktualisiert wenn neue dazu kommen.

Alle Bilder wurden mit der EOS R5 und EOS R7 und dem RF 100-500mm f4.5-7.1 aufgenommen.

3.8.2022
Zu diesen Bildern passt die obige Beschreibung.  Es war der erste Tag mit Erfolg.

 

4.8.2022
Heute saß ich mit einem Freund an. Jeder in seinem Tarnzelt. Der Fuchs ließ sich wieder sehen, doch in großer Entfernung. Der erste Milan landete kurz vor 10 Uhr. Es waren insgesamt vier Rotmilane da.

 

5.8.2022
Auch heute saßen wir zu zweit an. Ein Milan ließ sich um halb 9 nieder. Zwei Milane setzten sich ans Futter und füllten sich die Kröpfe. Sie blieben bis gegen halb 11 vor Ort. Immer wieder gab es Flugbewegungen.

 

8.8. – 12.8.2022
Die letzten Tage standen im Zeichen der Rotmilane. Faszinierend diesen Vögeln so nahe zu sein. An einem Tag waren mindestens 12 Milane sowie 3 Mäusebussarde vor dem Tarnzelt. Da wird es sehr schwierig sich auf einen zu konzentrieren.

 

RF 11/800 mm in der Praxis

Canon RF 11/800 mm in der Praxis – Bilder mit Lightroom und  Topaz Denoise AI bearbeitet

Seit Februar dieses Jahres setze ich im großen Brennweitenbereich zusätzlich zu meinem EF 4/500 mm Objektiv das RF 800 mm Objektiv ein. Vorher hatte ich das RF 11/600 mm mit dem ich sehr zufrieden war. Dies tauschte ich um gegen das RF 800 mm. Bei Vollformat sind die 200 mm Brennweite mehr, von großem Vorteil. Es ist schon so, dass mit diesem Objektiv vor allem bei der R5, kleine Abstriche in der Knackschärfe gemacht werden müssen. Doch es ist wiederum erstaunlich was aus diesen Bildern mit entsprechenden „Hilfsprogrammen“ herauszuholen ist. Die Ansicht der Bilder bei 100% sind auf meinem 31″ Monitor mit der R5 über 3 Meter auf der langen Kante, wenn es so ausgedruckt würde. Wer braucht schon so große Bilder. Ich denke dass es wenige Fotografen gibt die ihre Bilder ausschließlich in sehr großen Größen an den Mann/Frau bringen. Überwiegend werden doch die Bilder für andere Präsentationen eingesetzt. Ab und zu mal ein Bild mit 75×50 cm auf Leinwand oder für eine Ausstellung, der Rest wird im Archiv aufbewahrt. Für die Präsentation im Internet oder für Beamervorträge sind die Bilddateien extrem kleiner. In diesem Bereich macht das RF 11/800 mm, für meine Begriffe, einen sehr guten Job.
Das Objektiv verwende ich aktuell an den Kameras RP und R5. Bis zum Juni hatte ich noch die R6. Mit dieser Kamera waren die Ergebnisse am besten. Die R6 konnte ich mit dem Sigma 150-600 mm in Zahlung geben und holte mir das RF 100-500 mm.
Seit Mitte Juli vervollständigt eine R7 mein Equipment. Mir liegt viel daran den Cropfaktor bei dieser Kamera nutzen zu können. Dazu die 32 Mio. Pixel. Da kann man damit arbeiten. Als überwiegender Vogelfotograf fehlt mir beim Vollformat immer etwas Brennweite, bzw. muss ich näher an das Motiv heran. Natürlich sind die 45 Mio. Pixel der R5 wie eine zusätzliche Brennweite und es lassen sich sehr gute Ausschnitte daraus entnehmen. Die ersten Bilder sind mit der R7 auch schon gemacht. Es ist erstaunlich was bei einer Brennweite von 1280 mm noch herauskommt. Allerdings wird man mit dieser riesigen Brennweite verleitet Motive aus einer größeren Entfernung zu fotografieren. Es ist dann ganz natürlich, dass feinste Details und Strukturen auf der Strecke bleiben. Doch es gibt ja inzwischen extrem gut Helferlein die dazu beitragen richtig gute Ergebnisse zu erzielen. Ich denke da an DXO Pure RAW,  Topaz Denoise AI und Topaz Sharpener AI. Mit diesen Programmen können Bilder sehr gut dargestellt werden.
DXO Pure Raw habe ich getestet und ich finde es sehr gut für die Bearbeitung der Rohdateien. Doch ich kann damit das Bild vorher nicht bearbeiten. Topaz Denoise AI wende ich auf ein fertig bearbeitetes Bild an um dieses Bild noch etwas zu finishen. Da gefallen mir die Ergebnisse besser. Über meine Arbeitsweise mit den Programmen DXO Pure RAW, Topaz Denoise AI und Topaz Sharpener AI, werde ich einen eigenen Beitrag in diese Seiten stellen.
Dieser Beitrag zeigt Bilder welche ausschließlich mit dem RF 11/800 mm aufgenommen wurden. Entwickelt in Lightroom und mit dem Topaz Denoise AI-Plugin noch etwas nachgearbeitet. Die Bilder sind Screenshots und daher sind die technischen Daten wie sie in Lightroom angezeigt werden aufgeführt. Die Bilder sind mit den Kameras R6, R5 und R7 fotografiert worden. Die Entfernungsangaben sind aus den EXIF-Daten übernommen.
Zuerst zeige ich das Bild in der Endausarbeitung und darunter den Vergleich vorher/nachher bei 100% Ansicht. Links ist immer das Originalbild bearbeitet in Lightroom, rechts das fertige Bild mit Topaz Denoise AI. Durch Klick ins Bild wird dieses noch etwas vergrößert.
Viel Spaß beim vergleichen.

Haubenmeise (Lophophanes cristatus) – RF 11/800 mm – Entfernung 7,5 Meter

Dompfaff (Pyrrhula pyrrhula) Weibchen – RF 11/800 mm – Entfernung 8,1 Meter

Höckerschwan (Cygnus olor) – RF 11/800 mm – Entfernung 27 Meter

Höckerschwan (Cygnus olor) – RF 11/800 mm – Entfernung 12,3 Meter

Graugans (Anser anser) landet – RF 11/800 mm – Entfernung 45,5 Meter

Ringeltaube (Columba palumbus) – RF 11/800 mm – Entfernung 16,8 Meter

Schellente (Bucephala clangula) Männchen – RF 11/800 mm – Entfernung 16,5 Meter

Ohrentaucher (Podiceps auritus) – RF 11/800 mm – Entfernung 11,3 Meter

Kranich (Grus grus) – RF 11/800 mm – Entfernung 45 Meter

Turmfalke (Falco tinnunculus) Männchen – RF 11/800 mm – Entfernung 12,3 Meter

Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) mit Jungem – RF 11/800 mm – Entfernung 8,8 Meter

Girlitz (Serinus serinus) Männchen – RF 11/800 mm – Entfernung 12 Meter

Girlitz (Serinus serinus) – RF 11/800 mm – Entfernung 12 Meter

Elster (Pica pica) – RF 11/800 mm – Entfernung 28 Meter

Amsel (Turdus merula) Weibchen – RF 11/800 mm – Entfernung 12,4 Meter

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