Alle Beiträge von Rolf_M

Kaiserstuhl 2019

Kaiserstuhl-Exkursion im Mai 2019

Kurz entschlossen fuhr ich mit meinem Wohnwagen für einige Tage an den Kaiserstuhl um bei Bienenfresser und Wiedehopf zu beobachten und eventuell zu fotografieren. Schon einige Jahre ist das Gebiet rund um Ihringen für mich eine interessante Location in welcher sich die oben genannten Arten beobachten lassen. Den ersten Tag nach meiner Ankunft nutzte ich aus um das Gebiet zu erkunden. Schon auf einer Rundfahrt konnte ich Wiedehopfe und Bienenfresser beobachten. Einen Wiedehopf beobachtete ich aus der Ferne wie er auf eine alte Schutzhütte zuflog und einige Zeit nicht mehr zu sehen war. Eine Kontrolle zeigte mir, dass er hier einen Nistkasten bezogen hat und zwei Eier gelegt hatte. Das fing ja gut an.

Bilder von der ersten Rundfahrt bei Regenwetter

 

Rund um den Lenzenberg
Da das Wetter regnerisch, kühl und dadurch nicht so ideal war hielten sich die Bienenfresser nicht an ihren gewohnten Brutplätzen auf, sondern flogen im ganzen Gebiet umher. Selbst am Campingplatz konnte ich mehr Bienenfresser sehen als in den Weinbergen. In den hügeligen Weinbergen wurden sehr viele Steilwände für die Bienenfresser angelegt, um an den oft flachen Hängen den Bienenfressern die Möglichkeit zum Graben der Höhlen anzubieten. Diese werden sehr gut angenomen wie die vielen Höhlen in diesen Steilwänden zeigen.
Auch den nächsten Tag verbrachte ich mit ausgiebigen Beobachtungen. Dadurch fand ich in einer Hütte die ich schon aus vergangenen Jahren kannte einen Wiedehopf mit 4 Eiern. Ältere Bilder an dieser Hütte sind in der Wiedehopf-Bildergalerie zu sehen.
Am nächsten Tag war Traumwetter. Sehr früh machte ich eine Autopirsch über den Lenzenberg. Dabei fand ich noch einen dritten Wiedehopf, der 5 Junge hatte. Natürlich beschäftigte ich mich in den nächsten beiden Tagen mit diesem Wiedehopf. Das Tarnzelt in einer Reihe von Weinreben wurde sofort akzeptiert und ignoriert. Der Wiedehopf flog ohne Probleme mit Beute an. Es gelangen im Laufe von zwei Tagen einige Bilder. Am zweiten Ansitztag fütterte das Weibchen mit und es ging teilweise im Viertestundentakt dass ein Altvogel mit Beute kam. Dabei waren es zu 90% Maulwurfsgrillen die gefüttert wurden. Allerdings legten sie auch Pausen bis zu zwei Stunden ein um danach wieder sehr intensiv zu füttern. Neben den Wiedehopfen zeigten sich auch Kuckuck und Wendehals. Kohlmeisen bezogen einen Nistkasten, der oberhalb des Wiedehopfkastens aufgehängt war.
Ein Freund der mich besuchte konnte bei einem gemeinsamen Ansitz bei den Wiedehopfen ein absolutes Highlight fotografieren. Leider hatte ich die Situation falsch eingeschätzt und war zu langsam. Ein Wiedehopf kam ohne Futter angeflogen und wirkte sehr nervös und aufmerksam. Er schaute sich lange um und flog dann an die Öffnung des Wiedehopfkastens, schaute hinein, flog wieder weg und wieder her. Plötzlich kam er mit einem jungen Wiedehopf wieder zum Vorschein und flog ab. Diesen Abflug mit dem Jungen im Schnabel konnte mein Freund fotografieren. In der Literatur finden sich da wenig Informationen, dass Wiedehopfe als Nesträuber in Betracht kommen.

An den Nachmittagen beobachtete ich die Bienenfresser an den angelegten Steilwänden. Durch das ideale Wetter waren sie sehr lautstark unterwegs. Sie flogen die Höhlen an und setzten sich auf naheliegende Sitzwarten. Dabei werden natürlich die Eisenpfähle, zum spannen der Drähte für die Reben, als Sitzwarten angenommen. Typisch Kaiserstuhl-Bienenfresser. Da die Steilwände sehr glatt angelegt sind, finden sie an der Steilwand keinen Halt um sich zu setzen. Nahegelegene Büsche wurden dabei auch sehr gerne angenommen. Natürlich ist man bei diesen Locations nicht alleine unterwegs. Einige Naturfotografen waren immer anzutreffen. Das störte die Vögel nicht, solange man einen Mindestabstand einhält. Irgendein Fotograf hatte einen Stock in die Erde gesteckt auf dem sich immer wieder Bienenfresser niederließen. Doch gegenüber anderen Sitzwarten diente dies nur dazu einen Bienenfresser etwas näher zu fotografieren. Meiner Meinung nach wirkt das schön freigestellte Motiv etwas steril.
Ich suchte mir eine Gelegenheit an welcher kein Publikum war und stellte das Tarnzelt zwischen den Reben auf. Es dauerte nicht lange und die Bienenfresser waren wieder da und ich konnte einige Bilder bekommen bei denen die Bienenfresser auf natürlichen Sitzwarten saßen.

 

Rund um den Kaiserstuhl
An einem Nachmittag fuhr ich zu einer Stelle, die ich auch schon einige Jahre kenne. Dort wurde ich überrascht von einem Bienenfresserschwarm von mindestens 60 Vögel. Ich dachte kurz ich wäre in Ungarn oder Rumänien. Die Höhlen der Bienenfresser sind in natürlichen Steilwänden welche mit vielen verschiedenen Pflanzen bewachsen sind. Nach dem Aufstellen des Tarnzeltes stellte sich nach kurzer Zeit wieder das Treiben der Bienenfresser ein. Sehr laut, flugfreudig und immer wieder die Höhlen anfliegend gestaltete sich der Ansitz sehr kurzweilig. Oft saßen sie so, dass ein Zweig oder ein Grashalm sie verdeckte, doch meiner Meinung nach unterstreicht das den natürlichen Charakter dieser Location  und kommt auch im Bild gut herüber. Natürlich habe ich auch einen Zweig angebracht, doch im nachhinein sind die darauf sitzenden Bienenfresser nicht so der Hit. Neben der Steilwand befinden sich ausgedehnte Felder mit Maisanbau. Die Bienenfresser ließen sich gerne auf dem Feld nieder und würgten dort auch ihre Gewölle oder Speiballen aus. Dabei waren sie oft nur wenige Meter vom Tarnzelt entfernt.
An den Steilwänden gibt es sehr viele natürliche Abbruchkanten. Anders als bei den künstlich angelegten Brutwänden im Kaiserstuhl wo die Bienenfresser keine Sitzmöglichkeiten an der Steilwand haben, nehmen die Vögel diese gerne als Sitzgelegenheiten an. Während ein Partner die Höhle bearbeitete saß der andere oft daneben. Beuteübergabe konnte ich nur einmal sehen, dazu war es bestimmt noch zu früh. Es waren auch nur wenige Großinsekten unterwegs.
An dieser Location konnte ich schon in vergangenen Jahren Bienenfresser fotografieren. Vor allem im Juni während die Partner brüten sitzen die Bienenfresser gerne auf alten Kirschbäumen, die 200 Meter von den Höhlen entfernt sind und jagen von dort aus ihre Beute, meist Libellen. Teilweise werden diese selbst verspeist oder zum Partner in die Höhle gebracht. Hier konnte ich auch zum ersten Mal Bienenfresser beim Staubbad fotografieren.
Alles in allem waren die Tage am Kaiserstuhl sehr erfolgreich und die beiden Arten die ich dabei auf meiner Wunschliste hatte, konnte ich für meine Ansprüche recht ordentlich fotografieren.

Wiedehopf (Upupa epops) füttert Junge
Wiedehopf (Upupa epops) füttert Junge

Anfang Juni besuchte ich nochmal die Bienenfresser und die Wiedehopfe. Ich dachte, dass die Bienenfresser nun mit Balzfütterungen und Kopula beschäftigt sind. Leider zeigten sie diese Verhaltensweisen nicht so wie ich mir das wünschte. Als Beute brachten sie nur Kleine Insekten. Oft flogen sie auch schon mit Beute in die Höhle und fütterten den Partner der eventuell schon brütete. Trotzdem konnte ich einige Bilder bekommen.
Die jungen Wiedehopfe im Kaiserstuhl waren erwartungsgemäß so groß, dass sie bei den Anflügen der Altvögel diese an der Höhle schon erwarteten. Auch hier konnte ich einige Bilder bekommen. Ein anderer Fotograf setzte sich mit dem Tarnzelt neben mich und erzählte mir, dass an dieser Location manchmal mehrere Fotografen gemeinsam ansitzen. Der Wiedehopf störte sich daran nicht. Von den anfangs fünf Jungen waren noch drei im Nistkasten. Vielleicht wurde noch ein Jungvogel geräubert (siehe weiter oben Wiedehopf als Nesträuber).

Anregungen oder Kritik jederzeit erwünscht – Kontaktformular

Wohin mit den vielen Dias

Wohin mit den vielen alten Dias?

In diesem Beitrag möchte ich zeigen, wie ich mit dem Makroobjektiv meine Dias abfotografiere und welche Vorrichtung ich mir dazu gebaut habe.
Seit vielen Jahren schlummerten meine Dias in einem Schrank, der prall gefüllt war mit Magazinen in denen zigtausende Dias ihr Dasein fristeten. Schon seit einiger Zeit begann ich damit, ab und zu von einem guten Freund besondere Dias einscannen zu lassen. Es handelte sich dabei um Motive die man nicht so schnell wieder bekommen kann und um alte Familienbilder. Es ist aber eine mühselige Sache mit dem Scannen. Irgendwann begann ich damit mit dem Makroobjektiv die Dias abzufotografieren. Der Vergleich mit einem Scan fiel nicht einmal so schlecht aus und vor allem wird  die Datei im RAW-Format gespeichert, was bei der Bearbeitung Vorteile mit sich bringt.
In der Zwischenzeit habe ich mein Diaarchiv stark reduziert. Viele Motive die ich digital im Archiv habe und von denen ich Dias hatte, wurden rigoros entsorgt ohne dass ich ein wehmütiges Gefühl hatte. Der Vergleich eines Dias mit dem gleichen Motiv wie es auch als digitale  Datei vorliegt zeigte mir, dass das Dia hier nicht konkurrieren kann. Einige Motive die vor 20 oder 30 Jahren gemacht wurden und welche so nicht mehr ohne Probleme zu machen sind suchte ich mir heraus und fotografierte diese mit dem Makroobjektiv ab. Prinzipell habe ich alle Pflanzenbilder entsorgt da diese in der Zwischenzeit alle digital in einer wesentlich besseren Qualität gemacht wurden.
Wenn jemand noch Vorträge mit Dias macht und diese so verwenden kann ist es in Ordnung bestimmte Dias zu behalten.
In meinem Fall sehe ich die Zeit der Dias als abgelaufen an. Kein Mensch, vor allem keine Agentur braucht noch Dias für Publikationen. Meiner Meinung nach bekommt man mit manchen Handys heute eine Bildqualität die früher oft mit dem analogen System nicht möglich waren. Das ist meine subjektive Meinung und nicht wissenschaftlich begründet. Selbst einige Agenturen nehmen Bilder von Handys ohne Problem in ihr Archiv auf.

Auf einem Stück Holz baute ich mir aus Karton einen Rahmen, der ein gerahmtes Dia aufnehmen kann. Zusätzlich wurde eine Führung angelegt in welcher ich Filmstreifen mit farbigen oder schwarz-weissen Negativen einschieben kann. Das Holz habe ich bewusst gewählt, da es dann möglich ist dieses auf einen Tisch zu stellen. Bei der Aufnahme ist darauf zu achten, dass alles im rechten Winkel steht. Im Abstand von ca. 80 cm wird im Hintergrund ein weißes Blatt Papier angebracht. Mit einem Blitz wird diese weiße Fläche bei der Aufnahme beleuchtet. Das ergibt eine schöne ausgeleuchtete Fläche. Bei 100 ISO bewegt sich die Blendeneinstellung , je nach Helligkeit des Dias, von 5,6 bis 11. Scharfgestellt wird vom Autofocus.
Alles in allem eine einfache Möglichkeit ohne Probleme Dias abzufotografieren.

Aufbau um Dias abfotografieren mit dem Makroobjektiv
Aufbau um Dias abfotografieren mit dem Makroobjektiv
Halter für gerahmte Dias
Halter für gerahmte Dias
Negative können auf einer Führung eingeschoben werden
Negative können auf einer Führung eingeschoben werden

Einige Bildbeispiele von Dias, welche ich abfotografiert habe

Zurück zu Selbstgebastelt
Anregungen oder Kritik jederzeit erwünscht – Kontaktformular

 

 

 

Sonnenblende verlängern

Bei Aufnahmen an einer Eisvogellocation ergab sich so eine ungünstige Konstellation der Ansitzmöglichkeit, dass bei den ersten Sonnenstrahlen das Gegenlicht so extrem war, dass über die erste Stunde keine brauchbaren Bilder entstanden. Der Eisvogel saß dabei im Schatten der Lehmwand und die Sonne schien direkt ins Objektiv.  Da zu der Zeit tagelang ein Traumwetter herrschte war die Situation an jedem morgendlichen Ansitz gleich. Ich hoffte jeden Tag auf einen bedeckten Himmel.
Zu Hause suchte ich mir eine passende Pappröhre in der Absicht die Sonnenblende zu verlängern. Ein Stück Karton kam da gerade recht. Mit mattem Autolack lackierte ich diesen schwarz und stülpte den Karton über die Sonnenblende. Mit einem Klettverschlussband wurde diese an der Sonnenblende festgezogen. Am nächsten Morgen setzte ich die lange Sonnenblende ein und konnte dadurch wesentlich früher anfangen zu fotografieren. Die Eisvögel nahmen davon keine Notiz und verhielten sich absolut normal.
Einen Nebeneffekt konnte ich bei diesem extremen Gegenlicht feststellen. Meine 7D Mark II hatte extreme Schwierigkeiten bei diesem schwachen Kontrast, den der Eisvogel auf der Schattenseite hatte, den Autofocus richtig zu plazieren. Eventuell irritierten auch die direkten Sonnenstrahlen die ins Objetiv fielen.

Eisvogel (Alcedo atthis) Weibchen im Schatten der Lehmwand bei Sonne voll auf das Objektiv
Eisvogel (Alcedo atthis) Weibchen im Schatten der Lehmwand bei Sonne voll auf das Objektiv
Eisvogel (Alcedo atthis) Weibchen im Schatten der Lehmwand bei Sonne voll auf das Objektiv aber durch lange Sonnenblende abgeschirmt
Eisvogel (Alcedo atthis) Weibchen im Schatten der Lehmwand bei Sonne voll auf das Objektiv aber durch lange Sonnenblende abgeschirmt
Sonnenblende-Verlängerung durch Pappröhre
Sonnenblende-Verlängerung durch Pappröhre
Sonnenblende-Verlängerung durch Pappröhre
Sonnenblende-Verlängerung durch Pappröhre

Zurück zu Selbstgebastelt
Anregungen oder Kritik jederzeit erwünscht – Kontaktformular